Abenteuer:Sprachwerkstatt – eine Forschungsreise für Jungen und Mädchen zwischen acht und zehn Jahren in die Welt des Wassers, des Windes und des Feuers
Manch Schüler mit Deutsch als Zweitsprache (DAZ) hat in den Ferien kaum Gelegenheit, Deutsch zu sprechen, weil er/sie keine deutschen Freunde hat und mit Eltern und Geschwistern nicht Deutsch spricht.
In einigen Bundesländern wurden deshalb Ferienförderkurse für diese Schüler eingerichtet, meist in Gruppen von 50 bis 60 Jugendlichen.
Das Projekt 'Abenteuer: Sprachwerkstatt' dagegen ist ein kleines Projekt. Es nimmt bewusst nur 22 bis 24 Mädchen und Jungen auf. Dadurch gestaltet sich das Zusammensein übersichtlich und entspannt. Im Laufe der Ferienwerkstatt lernt das Kind die Anderen namentlich kennen und es bilden sich neue Freundschaften.
Die Familien 'unserer' Kinder stammen zum Teil aus Ländern, in denen Krieg oder Bürgerkrieg herrscht ( Somalia, Tschetschenien, Afghanistan, Syrien, Palästina, Kosovo, Moldawien), aus den Ländern der früheren Sowjetunion oder aus der Türkei, Marokko, Italien, Spanien, manchmal auch aus China oder Vietnam. Da in der 'Abenteuer:Werkstatt' meist zehn oder zwölf Herkunftssprachen vertreten sind, ist Deutsch die einzige Sprache, die alle verstehen. Da die Kinder an allen Modulen ( Wasser, Wind, Feuer und Energie) im Sommer, Herbst und Winter teilnehmen, treffen sie sich wieder. Sie werden wach und sensibel für Umwelt, Naturschutz und regenerative Energien.
Der Forscherdrang der Mädchen und Jungen wird bei Ausflügen an Teiche, Seen, Flüsse und unseren großen Strom, den Rhein, zu Windkraftanlagen und dem Darmstädter Müllheizkraftwerk angeregt. Die Kinder möchten sich mitteilen, ihre Beobachtungen und Entdeckungen berichten, ihre Freude und Erleben teilen. Nebenbei wird der Wortschatz reicher und das Selbstbewusstsein wächst: Die Anderen verstehen mich, wenn ich Deutsch spreche.
Je größer der Wortschatz, desto leichter fällt dann auch das Lesen. Wer nicht weiß, was ein Rinnsal, eine Regenrinne, eine Staustufe ist, tut sich schwer damit, diese schwierigen Worte lesend zu erfassen.
„...Es ist ja so einleuchtend, genau so den differenzierten Umgang mit der Sprache zu erlernen- und man fragt sich, warum das nicht schon lange so gemacht wird ... Denn genau so lernt man ja als Kleinkind das Sprechen in Familien, in denen viel und differenziertgeredet wird, jedenfalls ist das dann in der Muttersprache so. Vielleicht bedurfte es der (Zweit-)Sprachprobleme der Migrantenkinder, dass man sich in der Schule mit dem Problem beschäftigt.“
Kommentar von Frau Prof. em. Beate Krais
Bildergalerie Abenteuer: Sprachwerkstatt im Winter 2011/2012
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Kinderbücher aus aller Welt und fremdsprachige Zeitungen für die Stadtbibliothek
Bilderbücher aus aller Welt sammelt die Stiftung in Sprachen wie Suaheli, Chinesisch, Russisch, Spanisch, Griechisch, Türkisch. Das Anschauen dieser schönen Bücher mit oft ungewohnten Bildern ist ein ästhetischer Genuss und eine kulturelle Bereicherung für alle Kinder und Erwachsenen. Die Geschichte ohne den Text zu verstehen ist eine Herausforderung für Kinder und Erwachsene und sie entdecken dabei außerdem, dass es verschiedene Schriften gibt.
Jeden Samstag vormittag können Eltern ihre Kinder zu einem Vorlesekreis in die Stadtbibliothek bringen, während sie selbst für das Wochenende einkaufen. Ab und an wird in türkischer, griechischer oder arabischer Sprache vorgelesen. Die Stadtbibliothek birgt Schätze für jede Familie. Wir möchten eingewanderte Mitbürger, die Bibliotheken und Museen bisher vielleicht noch nicht kennen, in die Justus-Liebig Stadtbibliothek locken.
Neben Kinderbüchern aus aller Welt finanziert die Stiftung Abonnements für Zeitungen wie 'Le Monde Diplomatique' in arabischer Sprache, 'The Guardian' und eine russische Zeitung, damit Erwachsene aus England oder britischen Kolonien, aus den GUS Staaten oder aus arabisch sprechenden Ländern in der Stadtbibliothek Nachrichten aus ihrer Heimat lesen können während ihre Kinder und Enkel Kinderbücher in der Sprache und Schrift ihrer Eltern und Großeltern anschauen.
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Mit Kampfsport gegen Gewalt
Sechzig Jugendliche aus verschiedenen europäischen Herkunftsländer ( eine Gruppe kommt aus Marokko, eine andere aus Russland ) trainieren täglich im Shark's Gym in verschiedenen Gruppen mit ihren Trainern. Wichtig sind höfliche Begrüßungsrituale und strenge Kampfregeln unter dem Motto: „Ich achte den Gegner in Dir!“ Selbstbewusstsein und soziale Umgangsformen werden gefestigt und das Freizeitverhalten strukturiert. Die Zugehörigkeit gibt Ansehen und Kraft.
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Märchenspiel mit Grundschülern
Dem lebendigen Erzählen durch professionell geschulte Erzähler/innen können auch nicht muttersprachliche Kinder genussvoll und konzentriert folgen Es behauptet eine poetische, vom Alltagsidiom unterschiedene Sprache und spannungsgeladene Geschichten, die niemals banal sind, sondern voller Leid und Not und schließlich doch zu einem guten Ende führen. Die Kinder können beim Zuhören existenzielle Konflikte und die damit verbundenen Ängste und Triumphe ungeschmälert ausleben.
Kindliches Lernen erfolgt zu einem großen Teil über Nachahmung. Durch die wiederholte Begegnung mit den Erzähler/innen, sehen, hören und verinnerlichen die Kinder, wie Erzählen funktioniert. Sie eignen sich Strategien des Erzählens an, die ihnen allmählich selbst zum aktiven Gebrauch zur Verfügung stehen können. Hier bekommt die Eigenaktivität der Kinder ihren Raum, ihre Fähigkeit, eigene Lösungen zu finden wird gestärkt und ihre Lust am Gebrauch einer poetischen Sprache wird geweckt.
